Presseartikel

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Artikel zur Nachhaltigen Entwicklung in der Universität:


AStA fordert Ökologisierung der Universität

vom 21.05.2010

Die Studierenden wollen ihre Uni ökologischer machen. Beim Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) der Uni Potsdam macht man sich derzeit Gedanken über eine ökologischere und nachhaltigere Profilbildung der Hochschule. Simon Wohlfahrt, AStA-Referent für Ökologie, sieht für die Uni Potsdam ein „immenses Verbesserungspotenzial“ im Rahmen der deutschen Klimaschutzziele. „An der Uni-Potsdam wird viel zum Umweltschutz geforscht, daher ist die aktive Umsetzung nur logisch und konsequent“, sagt Wohlfahrt, der selbst Geoökologie studiert.

Projekte des AStAs sollen zeigen, dass auch ohne großen finanziellen Aufwand ökologische Veränderungen möglich sind. So ist in den studentischen Wohnheimen ein Energiesparwettbewerb in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk geplant. Als Gewinn wird die Verbesserung der Wohnanlagen in Aussicht gestellt. Darüber hinaus wird in Zusammenarbeit mit der studentischen Initiative „UniSolar“ am Uni-Standort Golm eine Solaranlage installiert, die zum Großteil durch Darlehen von Hochschulangehörigen finanziert wird.

Simon Wohlfahrt sieht hier auch die Landespolitik gefragt: „Die Universitäten müssen bei der Investition in eine ökologische Umgestaltung finanziell und strukturell unterstützt werden, da sich durch Energieersparnis und Umweltschutz öffentliche Ausgaben verringern lassen.“ Hochschulleitung und Landespolitik müssten das Potenzial erkennen, um die Universität Potsdam zu einem Ort der Nachhaltigkeit und des umsetzenden Umweltschutzes in den Bereichen der Forschung, der Lehre und der universitären Infrastruktur zu entwickeln. Die Universität würde somit ein unvergleichbares Profil in der Hochschullandschaft gewinnen, das gesellschaftlich relevant und zukunftsfähig wäre. Die Universität wollte bislang keine Stellung zu den Plänen der Studierenden nehmen. Man stelle derzeit selbst Überlegungen zu der Thematik an.

Doch auch die Studierenden selbst sind gefragt. Wobei weniger die finanzielle Komponente eine Rolle spielt, als die Bereitschaft, etwas im Kleinen zu verändern. Zum Sommersemester hat das Studentenwerk auf Initiative des AStAs zusätzlich zu den Einweg-Pappbechern wieder verwendbare Thermobecher eingeführt. Dadurch soll der Gang in die Cafeteria etwas ökologischer werden. Die Nachfrage sei enorm, berichtet das Studentenwerk. Bereits nach einer Woche mussten neue Thermobecher bestellt werden.

„Hochschulen sind mehr als Produzenten für Arbeitskräfte“, lautet Simon Wohlfahrts Fazit. „Sie sind der Ort, wo das Bewusstsein für die Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft zukünftiger Mitgestalter unserer Gesellschaft geschärft werden soll.“ Wer eine zukunftsfähige Gesellschaft wolle, müsse dafür sorgen, dass auch die Mitmenschen dementsprechend ausgebildet werden. Interdisziplinäre Lehre innerhalb der natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächer sei dabei zwingend notwendig, um den komplexen Problemen der heutigen Gesellschaft gerecht zu werden. Bis der Wendepunkt dahin erreicht ist, greifen die Studierenden erst einmal auf die neuen Thermobecher zurück. (Stefanie Amelung)

Potsdamer Neueste Nachrichten vom 21.05.2010


Kein Selbstläufer

aus der Frühjahrsausgabe der Potsdamer Universitätszeitung Portal

Allgemeiner Studierendenausschuss mit Vorschlägen zur weiteren Ausgestaltung des Prinzips der Nachhaltigkeit

Spätestens beim Lesen der Firmenphilosophie von European Aeronautic Defence and Space, einem der weltweit größten Rüstungskonzerne, fällt auf: Der Begriff „Nachhaltigkeit“ steht in Gefahr, zur Beliebigkeit zu verkommen. „Die EADS“, heißt es im Text, „erreicht nachhaltiges Wachstum primär durch zufriedene Kunden, fortgesetzte, gesicherte Innovationsleistungen und gute Beziehungen zu ihren Zulieferern, die beiden Seiten nutzen.“ Ernstgenommene Nachhaltigkeit ist jedoch kein Selbstläufer, sondern ein Begriff, über den diskutiert und der mit erlebbarem, glaubwürdigem Inhalt gefüllt werden muss. Deshalb zwei konkrete Vorschläge für eine nachhaltigere Universität Potsdam: Zum einen die Gründung eines interdisziplinären Studienmoduls. Bezüglich aller drei Nachhaltigkeitsdimensionen (sozial – ökologisch – ökonomisch) könnten Studierende der Natur- und Gesellschaftswissenschaften zusammen auf interdisziplinären Wegen erarbeiten, was Nachhaltigkeit für unsere Gesellschaft bedeutet und welchen Beitrag ihr erlerntes Wissen dazu leisten kann. Die Universität würde damit eine ganzheitliche Bildung verwirklichen und verantwortungsbewusste Menschen für einen nachhaltigeren Fortgang unserer Gesellschaft ausbilden. Zum anderen wäre die Einführung eines Umweltmanagementsystems wichtig. Mit gutem Beispiel vorangehend, könnte die Universität damit systematisch Energieverbrauch und Abfall reduzieren. Transparente Umweltberichte ließen das hochschulweite Bewusstsein für Energie und Emissionen nachhaltig wachsen, so dass Umweltschutz in der Hochschule fest verankert wäre.
Die Vorschläge zeigen, dass es möglich ist, den Begriff „Nachhaltigkeit“ erlebbar zu gestalten. Besonders an unserer Universität. Auf ihrer Suche nach einem speziellen Profil könnte sie sich auf dem Pfad zur nachhaltigen Hochschule einfinden und ihre eigene Expertise und Infrastruktur dazu nutzen, ein unverkennbar progressiver Teil der Hochschullandschaft – ja der Gesellschaft – zu werden.
von Simon Wohlfahrt, AStA-Referent für Ökologie



Fehlende Lehrangebote

aus der Frühjahrsausgabe der Potsdamer Universitätszeitung Portal

Die Universität Potsdam bietet viele umweltbezogene Studiengänge an: Da wären zum Beispiel Geoökologie, Geographie, Geo-, Ernährungs- und Biowissenschaften. Studierende dieser Fächer befassen sich täglich mit unserer lebenden und nichtlebenden Umwelt. Nicht ohne auch Fragen zu stellen. Fragen, die auch im Sommersemester 2009 zwischen dem Auswendiglernen und Ableisten von Prüfungen aufkamen und die ausgiebig diskutiert werden mussten. Leider gab es jedoch keine Lehrangebote der Universität, um Studierenden aus den Naturwissenschaften die inhaltliche Reflektion ihrer Studienfächer zu ermöglichen und fachbezogene ethische Fragen zu behandeln. So organisierten sie sich selbst und gründeten ein Umweltethikseminar. Ist Gentechnik die grenzenlose Freiheit der Wissenschaft? Naturschutz – nur um des Menschenwillens? Diesen und anderen Fragen konnte nun nachgegangen werden.
Im Sommersemester 2010 möchte die Umweltethikgruppe nun einen Workshop, unter anderem mit Martin Gorke, einem Umweltethiker der Uni Greifswald, veranstalten. Mitmachen ist erwünscht!
von Ulrike Schenke aus der studentischen Umweltethikguppe


Artikel zur Baumfällaktionen beim Neuen Palais:


Abgeholzt

vom 20.03.2010

Die Schlösserstiftung lässt viele Bäume fällen – manche sind darüber empört
Potsdam-West / Klein Glienicke – Die Mitteilung klang harmlos. „In Vorbereitung auf die Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag von Friedrich dem Großen beginnt der Bereich Grünflächen mit der Wiederherstellung der östlichen Seite der historischen vierreihigen Lindenallee zwischen dem Kaiserbahnhof und dem Neuen Palais“, ließ Potsdams Stadtverwaltung Anfang Februar wissen. An der Straße am Neuen Palais bietet sich Autofahrern und Fußgängern inzwischen das Bild einer rasierten Schneise voller Baumstümpfe. 266 Bäume sind gefällt worden. Simon Wohlfahrt findet das empörend. „Das Vorgehen ist völlig unverhältnismäßig“, sagt der Student für Geoökologie, der im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) der Universität Potsdam das Referat für Umweltschutz betreut. So viele Bäume zu fällen, um ein historisches Bild wiederherzustellen, zeuge „von einer rückständigen Vorstellung von Ästhetik und wenig Respekt gegenüber der über Jahrzehnte vielfältig gewachsenen Natur“, sagt Wohlfahrt.

Die Schlösserstiftung wehrt sich gegen solcherlei Kritik. „Bei dem Baumbestand hat es sich um Wildwuchs in ungepflegtem Zustand gehandelt“, sagt Stiftungssprecher Ulrich Henze. Ziel sei es, den Zustand aus dem 18. Jahrhundert zu erreichen – eine vierreihige Lindenallee. „Anstelle der Baumstümpfe wird zudem eine historisch belegte Weißbuchenhecke gepflanzt“, sagt Henze. Es ist nicht der einzige Konflikt um Bäume, die auf Wunsch der Stiftung gefällt wurden. Die Potsdamer Grünen haben zuletzt Fällungen in der Lankestraße in Klein Glienicke gemeldet. „Die Fällungen sind aus fachplanerischer Sicht nur bedingt nachvollziehbar“, kritisiert die Öko-Partei. Die Stiftung hält dagegen: Auch für diese sieben Baumfällungen habe es gute Gründe gegeben. „Es ging um die Wiederherstellung einer Sichtachse aus dem Park auf den Griebnitzsee sowie um Platz für mehr Parkplätze“, sagt Henze. Eine direkte Kompensation werde es nicht geben, so der Sprecher, „aber wir pflanzen ja sowieso jedes Jahr neu mit Gehölzen nach“. In Babelsberg wie auch in Potsdam-West habe es „selbstverständlich“ eine Abstimmung mit allen zuständigen Behörden gegeben, so Henze – auch mit dem Grünflächenamt. Für Potsdam-West sieht Simon Wohlfahrt deswegen nicht nur die Stiftung in Verantwortung. „Hier haben wohl einige Fachleute bei der Stadt vor lauter zweifelhaftem ästhetischem Empfinden ihre Kenntnisse vergessen“, moniert er und konstatiert entweder „naturfremden, rückständigen Eigensinn oder ein Mangel an Pflanzenkenntnissen“.HK

Potsdamer Neueste Nachrichten vom 20.03.2010



Empörung über Baumfällung

vom 26.02.2010

AStA kritisiert, dass am Neuen Palais 266 Bäume fallen
Der Studierendenausschuss der Uni Potsdam (AStA) hat das Baumfällen am Neuen Palais kritisiert. Die Stadt Potsdam fälle in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten derzeit 266 Bäume am Neuen Palais. Laut AStA geschehe dies, um die Geburtstagsfeierlichkeiten für Friedrich den Großen im Jahr 2012 „optisch schon einmal vorzubereiten“. Es sei etwas anderes, einsturzgefährdete Bäume aus Sicherheitsgründen abzusägen, sagte AStA-Referent für Ökologie Simon Wohlfahrt. Das Vorgehen der Stadt sei völlig unverhältnismäßig. „Massenhaft gesunde Bäume in Baumstümpfe zu verwandeln, ist keine optische Verschönerung sondern ein Skandal“, empörte sich Wohlfahrt.

266 Bäume zu fällen, um ein historisches Bild aus dem 19. Jahrhundert wiederherzustellen, zeuge von einer „rückständigen Vorstellung von Ästhetik“ und wenig Respekt gegenüber der „über viele Jahrzehnte vielfältig gewachsenen Natur“. Darüber hinaus bestehe für den Geoökologiestudenten Simon Wohlfahrt angesichts der Erklärung der Stadt Potsdam zum Thema Zweifel an der „naturfachlichen Kompetenz“ des ausführenden Grünflächenamtes: Die Hainbuche, die gefällt würde, sei keine Heckenpflanze sondern ein Baum, der bis zu einer Höhe von 20 Metern heranwachsen kann. „Die Überarbeitung der ausgewachsenen Hainbuchen zu einer Hecke ist entweder naturfremder, rückständiger Eigensinn oder ein Mangel an Pflanzenkenntnissen.“PNN
Potsdamer Neuste Nachrichten vom 26.02.2010

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