Potsdam schult Juriernachwuchs

Selten lobt er, viel zu oft meckert er, der Juror. Seine Hauptaufgaben: Er ist Diener der Debatte. Vier Potsdamer waren am Wochenende zur Jurorenschulung und ließen sich zum Diener der Debatte ausbilden.

In der Jugendherberge am Wannsee ging es am Freitag abend los, Teilnehmer unter anderem aus Kiel, Berlin und Ilmenau diskutierten drei Tage lang mit erfahrenen Juroren die beiden in Deutschland hauptsächlich genutzten Debattierformate – die Offene Parlamentarische Debatte (OPD) und den British Parliamentary Style (BPS).

Dabei wurde klar: Ein guter Juror und ein guter Redner haben eine Menge gemeinsam. Sie müssen weniger reden und mehr zuhören. Redner müssen darauf eingehen, was die anderen Redner an Inhalten in die Debatte eingebracht haben. Der Juror muß sich noch mehr zurücknehmen, er schaut, was die Teams zur Debatte beisteuern. Die Redner, nicht der Juror führen die Debatte, das heißt, der Juror überlegt, wer die Debatte wie beeinflußt hat. Er sollte darauf verzichten, Erwartungen an die Debatte zu haben, zum Beispiel in der Form, dass bestimmte Argumente von den Redner kommen müssen.

Als erstes wurde OPD erklärt. Die Offenen Parlamentarische Debatte und der der ausführliche Jurorenbogen beschägtigte unsere künftigen Potsdamer Jurorinnen und Juroren den Vormittag über. Zusammen mit den anderen Teilnehmern lernten sie die Kriterien kennen, diskutiertren über Punktabzüge bei verfehlten Zeitvorgaben, die aber doch in der Praxis selten vorkommen. In einer gezeigten Debatte bewerteten sie das Finale der Baden-Württembergischen Meisterschaften 2009 in Tübingen.

Anschließend folgte eine Einführung in BPS, detailliert wurden die Aufgaben der einzelnen Redner und der Teams erklärt und wer der Juror dieses wertet. Eine Klärung der Punktvergabe schloss den Theorieteil. Zur Übung gab es das Finale der Deutschen Meisterschaft 2006.

Am letzten Tag, den Sonntag, gab es den Anfang einer Debatte, zwei Potsdamer schlüpften hier in die Rollen von Rednern und stritten gegen ein Berliner Team, anschließend lauschten sie sechs mal den Ergebnissen der Jurorenschüler und gaben anschließen Feedback zum Feedback.

Einstimmiges Urteil aller Teilnehmer: Es hat sich gelohnt. Potsdam freut sich auf neue Juroren.