Kampf und Mampf – Potsdamer Pizza Palaver

Beim Essen soll man nicht streiten – dann eben davor. Als Willkommensgruß an drei Frankfurter und zum Training treffen wir uns bei Florian zu einem Potsdamer Pizza Palaver. Die Ritter der Schwafelrunde: drei Frankfurter Mitstreiter und sechs Potsdamer Wortfechter.

Potsdamer Pizza Palaver Januar 2010

Man nehme: Olivenöl, Tomatensoße, Käse und Knetkünstler Florian, der den berühmten fluffigen Pizzateig formt. Während er die Zutaten zur Pizza vermengt richten die anderen den Tisch für’s hors-d’œuvre: Den Streit vorm Essen.

Die Ritter der Schwafelrunde haben sich am Tisch versammelt, aus Frankfurt Main kommen drei, die einen Tag später beim Punk Turnier in Berlin antreten: Der Debattierclub Goethes Faust. Aus unseren Reihen finde sich weitere sechs, so dass wir ein schöne BP-Debatte mit Juror zusammenkriegen.

Doch bevor das Schlachtfeld betreten wird, klären wir die Frage, worüber wir streiten. Dazu sammeln wir Themen, unter anderem:

-DH würde Pornographie verbieten
-DH würde Menschen ohne Organspendeausweis Spender Organe verweigern
-DH glaubt, Michael Schumacher ist kein gutes Vorbild

Schließlich geht es darum, ob Menschen ohne Organspendeausweis Spenderorgane verwehrt werden sollen.

Das Los der eröffnenden Regierung fällt auf Frankfurt und Goethes Faust hat Raumrecht. Florian wird aus seiner Küche vertrieben, auf dem Flur, in den Zimmern sammeln sich die Fraktionen und rüsten sich zum Messen vor dem Essen.

Frankfurt in der eröffnenden Regierung will den Mangel an Organspendern reduzieren und glaubt, durch das Verweigern von Organen an Nicht-Spende-Willige das erreichen zu können. Außerdem sei es ja gerecht, dass die die geben wollen auch bekommen und die, die nicht geben wollen auch nichts bekommen. Ausnahme soll es natürlich geben für Kinder und Relgionen und Kranke, die, die nicht spenden können. Einer vielen positiven Effekte, die Leute würden bewusster Leben, selbst wenn sie nicht spenden wollen würden.

Die Eröffnende Opposition erklärt, dass das die Spendenbereitschaft nicht erhöhen würde, da die Leute eh nicht an den Tot dächten und weiterhin nur die Spenden würden, die es wollten. Außerdem habe die Regierung nicht begründet, warum einer keine Organe bekommen sollte (und dann sterben würde) wenn er sich nicht als spendenwillig habe registrieren lassen. Solcherlei belastet auch die Ärzte belasten, die ja jedem helfen müssten.

Die schließende Regierung erklärt, dass Organspender ja Tod seien und daher ihre Organe nicht mehr bräuchten. Selbst wenn sie religiös seien, dann sollte ihre Seele intakt bleiben, die würde ja durch Organspenden nicht beschädigt. Also, sei die Weigerung, Organe spenden zu wollen, unterlassene Hilfeleistung.

Mit dem ersten Klopfen bei der schließenden Opposition schiebt Florian die Pizza in den Ofen und während die bäckt, kocht der Streit weiter.

Die schließende Opposition fokussiert sich auf die Last für Ärzte, die diesen Aufgebürdet wird, für die sei das ja wohl unterlassene Hilfeleistung.

Wie immer haben die Teilnehmer Hunger und müssen mit dem Essen auf das Jury Urteil warten, die setzt die eröffnende Opposition auf eins, die schließende Regierung auf zwei, die Antragssteller auf drei.

Nach dem Kampf gibt es Mampf und nun wird natürlich noch einmal die Debatte zerpflückt. Zum Ende wird es noch mal besonders hitzig, Florian zaubert Feuerzangbowle und setzt einen Zuckerberg in Flammen.